Files
hkoeck 4da7890119 Vereinheitliche Stack-Steuerung auf scripts/lab.sh
Eine einzige Quelle der Wahrheit fuer alle Stack-Aktionen statt
doppelt gepflegter Verb-Tabellen in Makefile und PowerShell-Wrapper.

- scripts/lab.sh: zentraler Dispatcher (bootstrap/up/redeploy/
  proxy-reload/down/logs/reset/reset-hard/reset-origin)
- workshop.ps1: switch-Tabelle kollabiert zu Delegation an lab.sh
  (kein --remove-orphans-Drift mehr zwischen den Oberflaechen)
- Makefile entfernt: WSL/Ubuntu bringt make nicht standardmaessig
  mit, Doku-Verben (make X) passten nicht zur PowerShell-Mehrheit
- bootstrap.sh: Logik inline, redundante bootstrap-unix.sh und
  bootstrap-wsl.sh entfernt
- Doku/HTML: alle 32 "make X" -> "./scripts/lab.sh X", Prosa
  (macOS-make-Hinweis, PowerShell-Wrapper-Text) angepasst

Verifiziert: bootstrap -> proxy-reload -> redeploy -> reset laufen
end-to-end gegen den Stack, Basisrouten und Done-Checks gruen.

Co-Authored-By: Claude Opus 4.8 <noreply@anthropic.com>
2026-05-31 22:30:16 +02:00

486 lines
17 KiB
Markdown

# Workshop Challenges (Reverse Proxy + TLS Focus)
Diese Aufgaben sind bewusst auf **manuelle Proxy-Konfiguration** ausgelegt.
## Abgabe-Format pro Challenge
- 1-3 Minuten Demo
- Done-Check Command live ausfuehren
- 2-3 Saetze erklaeren: was geaendert, warum, welche Wirkung
## Wo laufen die Kommandos? (besonders Windows)
Die meisten Teilnehmer arbeiten unter **Windows mit Docker Desktop + WSL**. Wichtig:
- **Stack steuern** (`./scripts/lab.sh ...` in WSL oder der PowerShell-Wrapper `scripts/workshop.ps1`): geht aus PowerShell **oder** aus dem WSL-Terminal.
- **Alle Challenge-Kommandos** (`curl`, `openssl`, `grep`, `wget`, `for`-Schleifen, `./scripts/compose.sh ...`): laufen im **WSL-Terminal (bash)**, nicht in PowerShell.
- **Warnung:** In PowerShell ist `curl` ein Alias fuer `Invoke-WebRequest` und versteht die hier genutzten Flags (`-I`, `-k`, `--cacert`) **nicht**. Immer im WSL-Terminal testen.
- Das Repo liegt im WSL-Dateisystem oder unter `/mnt/c/...`; arbeite am besten aus dem WSL-Terminal im Projektordner.
## Arbeitsmodus
1. Dateien anpassen (`proxy/nginx.conf`, `docker-compose.yml`).
2. Deployen: nach reinen `nginx.conf`-Aenderungen reicht `./scripts/lab.sh proxy-reload`; nach Aenderungen an `docker-compose.yml` (z. B. neue Ports oder Services) immer `./scripts/lab.sh redeploy`, da der Container neu erstellt werden muss.
3. Testen mit `curl` / `openssl` / Wireshark.
4. Bei Problemen: `./scripts/compose.sh logs reverse-proxy`.
## Arbeitsweise (wichtig)
- Es wird **additiv in einer einzigen `proxy/nginx.conf`** gearbeitet: jede Challenge erweitert den Stand der vorherigen. Loesungen nicht wieder loeschen - die TLS-Challenges (10-12) bauen direkt aufeinander auf.
- **Ausnahme Challenge 9** (Debugging): Diese ueberschreibt die `nginx.conf` bewusst. Vorher sichern (`cp proxy/nginx.conf proxy/nginx.conf.bak`), danach wiederherstellen.
- Jede Angabe nennt einen **Ausgangszustand** (worauf baue ich auf) und einen **Zielzustand / Akzeptanz** (woran erkenne ich "fertig"). Der Done-Check ist die pruefbare Form des Zielzustands.
- Komplett zuruecksetzen geht jederzeit mit `./scripts/lab.sh reset` (Container/Volumes) bzw. `./scripts/lab.sh reset-hard` (zusaetzlich lokale Datei-Aenderungen verwerfen).
---
## Easy
### 1) Routing verstehen (aktiv)
**Ziel**
- Verstehen, wie Nginx Requests per Pfad an unterschiedliche Upstreams schickt.
**Datei**
- `proxy/nginx.conf` (nur lesen)
**Schritte (Muss)**
- Vor dem Test in `proxy/nginx.conf` nachsehen, welche `location` auf welchen `upstream` zeigt.
- Dann erst Requests ausfuehren.
- In eigenen Worten erklaeren, warum die Antworten unterschiedlich sind.
**Zielzustand / Akzeptanz**
- Du kannst fuer `/service/a` und `/service/b` jeweils Location -> Upstream -> Backend benennen und begruenden, warum die Antworten unterschiedlich sind.
**Done-Check**
```bash
curl http://localhost:8080/service/a # -> "Reverse Proxy Target A"
curl http://localhost:8080/service/b # -> "Reverse Proxy Target B"
```
**Warum wichtig**
- Das ist die Kernkompetenz bei Reverse Proxys: Request-Fluss lesen und korrekt begruenden.
### 2) Drittes Backend manuell hinzufuegen
**Ziel**
- Setup sicher erweitern, ohne bestehende Routen kaputt zu machen.
**Ausgangszustand**
- Stack laeuft, `/service/a` und `/service/b` antworten.
- `backends/c/index.html` liegt bereits im Repo (Starterseite).
**Dateien**
- `docker-compose.yml`
- `proxy/nginx.conf`
- `backends/c/index.html` (vorhanden, darf angepasst werden)
**Schritte (Muss)**
- Service `backend-c` in Compose einbauen.
- Upstream + Route `/service/c` in Nginx anlegen.
- Deployen mit `./scripts/lab.sh redeploy` (Compose-Aenderung -> Container-Neustart noetig).
**Zielzustand / Akzeptanz**
- `/service/c` liefert Backend C.
- `/service/a` und `/service/b` funktionieren unveraendert weiter (keine Regression).
**Done-Check**
```bash
curl http://localhost:8080/service/c # -> enthaelt "Reverse Proxy Target C"
curl http://localhost:8080/service/a # -> weiterhin "Reverse Proxy Target A"
curl http://localhost:8080/service/b # -> weiterhin "Reverse Proxy Target B"
```
**Warum wichtig**
- In realen Umgebungen kommen neue Services laufend dazu. Saubere Erweiterung ohne Regression ist entscheidend.
### 3) Eigene Route mit Rewrite oder Alias-Route
**Ziel**
- URL-Design vom Backend-Pfad entkoppeln.
**Datei**
- `proxy/nginx.conf`
**Schritte (Muss)**
- Route `/demo/a` anbieten, die auf Backend A fuehrt.
- Entweder per rewrite oder per eigener proxy-Route loesen.
- Deployen mit `./scripts/lab.sh proxy-reload`.
**Zielzustand / Akzeptanz**
- `/demo/a` liefert dieselbe Antwort wie `/service/a` (Backend A), obwohl der externe Pfad ein anderer ist.
**Done-Check**
```bash
curl http://localhost:8080/demo/a # -> "Reverse Proxy Target A"
```
**Warum wichtig**
- Der Proxy entkoppelt externe API-Pfade von internen Service-Pfaden und ermoeglicht saubere Migrationen.
---
## Medium
### 4) Security Headers setzen
**Ziel**
- Browserseitige Basishaertung aktivieren.
**Datei**
- `proxy/nginx.conf`
**Schritte (Muss)**
- Mindestens setzen:
- `X-Content-Type-Options: nosniff`
- `X-Frame-Options: DENY`
- `Referrer-Policy: strict-origin-when-cross-origin`
- `Permissions-Policy: camera=(), microphone=(), geolocation=()`
- `Cross-Origin-Opener-Policy: same-origin`
- `Cross-Origin-Resource-Policy: same-origin`
- Optional (Bonus): `Content-Security-Policy` fuer statische Seiten (mit Inline-Styles bewusst beruecksichtigen)
- Deployen mit `./scripts/lab.sh proxy-reload`.
**Fallstrick (`add_header`-Vererbung)**
- Header am besten **einmal im `server {}`-Block** setzen, dann gelten sie fuer alle Locations.
- Achtung: Sobald in einem `location {}`-Block **ein** `add_header` steht, verwirft Nginx in dieser Location **alle** `add_header` aus dem `server`-Block. Dann muessen sie dort wiederholt werden. Pruefen mit `curl -I` direkt auf der jeweiligen Route.
**Zielzustand / Akzeptanz**
- `curl -I http://localhost:8080/` zeigt alle geforderten Security-Header in der Antwort.
**Done-Check**
```bash
curl -I http://localhost:8080/
# -> zeigt X-Content-Type-Options, X-Frame-Options, Referrer-Policy, Permissions-Policy, COOP, CORP
```
**Warum wichtig**
- Diese Header reduzieren typische Browser-Angriffsvektoren und gehoeren zu Security-Baselines.
### 5) Interne Route absichern
**Ziel**
- Zugriff auf eine interne Route gezielt begrenzen.
**Datei**
- `proxy/nginx.conf`
**Schritte (Muss)**
- Route `/internal/status` bauen.
- Nur `127.0.0.1` erlauben, alle anderen verbieten.
- Deployen mit `./scripts/lab.sh proxy-reload`.
**Wichtiger Hinweis**
- Host-Request ueber `localhost:8080` kommt aus Docker-Sicht oft **nicht** von `127.0.0.1`.
**Zielzustand / Akzeptanz**
- Aufruf vom Host liefert `403`; Aufruf von innerhalb des Proxy-Containers (`127.0.0.1`) liefert die Antwort.
**Done-Check**
```bash
curl -i http://localhost:8080/internal/status
# -> Erwartet typischerweise 403 vom Host (by design)
./scripts/compose.sh exec -T reverse-proxy sh -lc "wget -qO- http://127.0.0.1/internal/status"
# -> "internal ok" (funktioniert nur container-intern)
```
**Warum wichtig**
- Nicht jeder Endpoint soll oeffentlich sein; Zugriffskontrolle direkt am Proxy ist oft die erste Schutzschicht.
### 6) Logging verbessern
**Ziel**
- Besser debuggen koennen.
**Datei**
- `proxy/nginx.conf`
**Schritte (Muss)**
- Eigenes `log_format` mit Upstream-Infos anlegen.
- Access-Log auf das neue Format umstellen.
- Deployen mit `./scripts/lab.sh proxy-reload`.
**Hinweis**
- `log_format` gehoert in den `http {}`-Block (nicht in `server {}` oder `location {}`), sonst startet Nginx mit `"log_format" directive is not allowed here` nicht. `access_log` darf in `http`, `server` oder `location` stehen.
**Zielzustand / Akzeptanz**
- Nach einem Request erscheint im Log eine Zeile im neuen Format inklusive Upstream-Infos (`upstream=...`, `urt=...`).
**Done-Check**
```bash
curl http://localhost:8080/service/a
./scripts/compose.sh logs reverse-proxy
# -> neue Log-Zeile mit upstream=... und urt=...
```
**Warum wichtig**
- Gute Logs verkuerzen Incident- und Debug-Zeit drastisch und sind zentral fuer Betrieb/Security.
### 7) Load Balancing konfigurieren
**Ziel**
- Kernfunktion eines Reverse Proxys praktisch zeigen.
**Dateien**
- `docker-compose.yml`
- `proxy/nginx.conf`
**Ausgangszustand**
- `/service/a` zeigt aktuell nur eine Instanz (Backend A). `backends/a2/index.html` liegt bereits im Repo.
**Schritte (Muss)**
- Zweite Instanz von Backend A (`backend-a2`) anlegen.
- `upstream backend_a` auf beide Instanzen erweitern.
- Mehrfach-Requests zeigen, dass beide Instanzen antworten.
- Deployen mit `./scripts/lab.sh redeploy` (Compose-Aenderung).
**Zielzustand / Akzeptanz**
- Bei mehreren Aufrufen von `/service/a` antworten **beide** Instanzen (Round-Robin), also sowohl `Target A` als auch `Target A2`.
**Done-Check (Beispiel)**
```bash
for i in $(seq 1 8); do
curl -s http://localhost:8080/service/a | grep -o "INSTANCE=[A-Za-z0-9]*"
done
# -> Mischung aus "INSTANCE=A" und "INSTANCE=A2" ueber die 8 Requests
```
- Der unsichtbare Marker `<!-- INSTANCE=A -->` bzw. `INSTANCE=A2` steckt im HTML der Backends. `[A-Za-z0-9]*` matched das ganze Token eindeutig (kein Prefix-Problem wie bei `A` vs. `A2`).
**Warum wichtig**
- Lastverteilung ist eine der wichtigsten Funktionen eines Reverse Proxys fuer Skalierung und Verfuegbarkeit.
### 8) Response Header Minimization
**Ziel**
- Unnoetige Header aus Upstream-Responses entfernen.
**Datei**
- `proxy/nginx.conf`
**Schritte (Muss)**
- Mit `proxy_hide_header` mindestens einen durchgereichten Backend-Header ausblenden
(z. B. `ETag`, `Last-Modified`).
- Kurz erklaeren, warum weniger Fingerprinting-Infos hilfreich sind.
- Deployen mit `./scripts/lab.sh proxy-reload`.
**Abgrenzung zu Challenge 4**
- Challenge 4 setzt aktive Schutz-Header.
- Challenge 8 entfernt unnoetige Header aus Upstream-Responses.
**Zielzustand / Akzeptanz**
- Der gewaehlte Header (z. B. `ETag`) taucht in `curl -I http://localhost:8080/service/a` **nicht mehr** auf, vorher war er sichtbar.
**Done-Check**
```bash
curl -I http://localhost:8080/service/a
# -> der ausgeblendete Header (z. B. ETag) fehlt jetzt in der Antwort
```
**Warum wichtig**
- Weniger Response-Metadaten bedeuten weniger Angriffsoberflaeche fuer Fingerprinting und Reconnaissance.
### 9) Debugging Challenge (kaputte Config reparieren)
**Ziel**
- Fehlerdiagnose in Nginx ueben.
**Ausgangszustand**
- Eigene `proxy/nginx.conf` ist in Betrieb. `proxy/nginx.broken.conf` enthaelt absichtlich mehrere Fehler.
**Datei**
- `proxy/nginx.broken.conf`
**Schritte (Muss)**
- Zuerst die eigene `proxy/nginx.conf` sichern (z. B. `cp proxy/nginx.conf proxy/nginx.conf.bak`) - diese Challenge ueberschreibt sie.
- Defekte Config testweise als aktive Config verwenden.
- Mindestens 2-3 Fehler finden und fixen.
- Symptome und Diagnoseweg erklaeren.
- Am Ende die eigene Config wiederherstellen (`cp proxy/nginx.conf.bak proxy/nginx.conf`).
**Erwartete Fehlerarten (Beispiel aus `nginx.broken.conf`)**
- Upstream-Name passt nicht zum referenzierten Namen in `proxy_pass`.
- Falscher Upstream-Port (`8080` statt `80`).
- Fehlender Trailing Slash in `proxy_pass` bei Prefix-Location.
**Zielzustand / Akzeptanz**
- Nach den Fixes liefern `/service/a` und `/service/b` wieder ihre Backends; Nginx startet ohne Config-Fehler.
**Done-Check**
```bash
curl http://localhost:8080/service/a # -> "Reverse Proxy Target A"
curl http://localhost:8080/service/b # -> "Reverse Proxy Target B"
./scripts/compose.sh logs reverse-proxy
```
**Warum wichtig**
- Debugging unter Druck ist Praxisalltag; diese Aufgabe trainiert systematisches Vorgehen mit Logs und Config-Tests.
---
## Hard (TLS)
### 10) HTTPS von 0 mit Easy-RSA
**Ziel**
- Eigene CA + Server-Zertifikat fuer `localhost` erstellen.
**Ausgangszustand**
- Stack laeuft auf HTTP (`8080`). Noch kein TLS, kein Port `8443`.
- `easy-rsa` und `openssl` sind installiert (siehe `challenges/easyrsa-hints.md`).
**Dateien**
- `docker-compose.yml` (Port `8443:443` + Cert-Volume)
- `proxy/nginx.conf` (TLS-Serverblock)
- `certs/easyrsa/*` (PKI), `certs/live/*` (Runtime-Cert + Key)
**Schritte (Muss)**
- CA + Server-Zertifikat fuer `localhost` mit SAN erstellen (`--subject-alt-name="DNS:localhost,IP:127.0.0.1"`).
- Nur Runtime-Cert + Key bereitstellen (nicht die ganze PKI mounten).
- Proxy auf `443` erweitern (Mapping `8443:443`) und TLS in Nginx aktivieren.
- Mit `./scripts/lab.sh redeploy` deployen (Compose-Aenderung -> Container-Neustart noetig).
- Root-CA in den System-Trust-Store importieren.
**Zielzustand / Akzeptanz**
- `curl https://localhost:8443/service/a` liefert Backend A **ohne** `-k` (CA wird vertraut).
- Kein SAN-/Hostname-Fehler.
**Done-Check**
```bash
curl https://localhost:8443/service/a
# Erwartet: HTML von Backend A, KEIN "SSL certificate problem"
# Falls CA noch nicht global importiert:
curl --cacert certs/easyrsa/pki/ca.crt https://localhost:8443/service/a
```
**Warum wichtig**
- TLS korrekt einzurichten ist Basis fuer Vertraulichkeit, Integritaet und Vertrauensaufbau im Netzwerk.
**Haeufigster Blocker**
- Ohne SAN scheitert curl mit `no alternative certificate subject name matches target host name` -> beim Signieren `--subject-alt-name` setzen (Details in `challenges/easyrsa-hints.md`).
### 11) HTTP -> HTTPS Redirect
**Voraussetzung**
- Challenge 10 muss abgeschlossen sein.
- Nutze deine bestehende `nginx.conf` aus Challenge 10 als Basis.
**Ziel**
- HTTP sauber auf HTTPS umlenken.
**Ausgangszustand**
- Aus Challenge 10: HTTPS laeuft auf `8443`, HTTP auf `8080` liefert noch direkt Inhalte.
**Datei**
- `proxy/nginx.conf`
**Schritte (Muss)**
- HTTP Requests auf HTTPS redirecten (`return 301 https://$host:8443$request_uri;`).
- `/healthz` darf optional auf HTTP bleiben.
- Deployen mit `./scripts/lab.sh proxy-reload` (reine `nginx.conf`-Aenderung).
**Zielzustand / Akzeptanz**
- HTTP-Aufrufe auf `8080` antworten mit `301` und `Location: https://localhost:8443/...`.
**Done-Check**
```bash
curl -I http://localhost:8080/service/a
# Erwartet: HTTP/1.1 301 ... und Location: https://localhost:8443/service/a
```
**Warum wichtig**
- Redirect erzwingt verschluesselten Zugriff und verhindert versehentliche Nutzung unsicherer HTTP-Endpunkte.
### 12) TLS Haertung + Chain Check + HSTS
**Voraussetzung**
- Challenge 10 und 11 muessen abgeschlossen sein.
- Erweitere dieselbe `nginx.conf` weiter.
**Ziel**
- TLS nicht nur aktivieren, sondern sauber haerten.
**Datei**
- `proxy/nginx.conf`
**Ausgangszustand**
- Aus Challenge 10+11: HTTPS auf `8443` laeuft, HTTP wird umgeleitet. TLS ist aber noch ungehaertet (keine Protokoll-Beschraenkung, kein HSTS).
**Schritte (Muss)**
- TLS auf 1.2/1.3 beschraenken (`ssl_protocols TLSv1.2 TLSv1.3;`).
- HSTS setzen (`Strict-Transport-Security`).
- Zertifikatskette pruefen und kurz erklaeren.
- Deployen mit `./scripts/lab.sh proxy-reload`.
**Hinweis**
- Im HTTP-Basissetup ist HSTS absichtlich **noch nicht** aktiv. Das ist Teil der Aufgabe.
**Warnung (HSTS-Falle im Browser)**
- HSTS merkt sich der Browser **host-weit** (`localhost`), nicht pro Port. Nach einem Besuch von `https://localhost:8443` erzwingt der Browser `https` auch fuer `http://localhost:8080` -> das HTTP-Lab scheint dann "kaputt".
- Zum Pruefen daher `curl` nutzen (curl speichert HSTS nicht).
- Falls der Browser haengt: HSTS fuer `localhost` zuruecksetzen (Chrome: `chrome://net-internals/#hsts` -> "Delete domain security policies" -> `localhost`).
- `max-age` ist im Lab bewusst kurz (1h), damit der Effekt von selbst verfaellt.
**Zielzustand / Akzeptanz**
- `curl -I` zeigt den `Strict-Transport-Security`-Header.
- `openssl s_client` verhandelt TLSv1.2 oder TLSv1.3 und endet mit `Verify return code: 0 (ok)`.
**Done-Check**
```bash
curl -I https://localhost:8443/service/a
# -> enthaelt: Strict-Transport-Security: max-age=3600; includeSubDomains
openssl s_client -connect localhost:8443 -servername localhost
# -> Protocol: TLSv1.3 (oder 1.2), Verify return code: 0 (ok)
```
**Warum wichtig**
- Reines "HTTPS an" reicht nicht: erst Haertung + HSTS reduzieren Downgrade- und Fehlkonfigurationsrisiken.
---
## Bonus Expert
### 13) Wireshark: HTTP vs HTTPS sauber analysieren
**Ziel**
- Nachweisbar zeigen, was im Klartext sichtbar ist und was durch TLS geschuetzt wird.
**Ausgangszustand**
- HTTPS laeuft (Challenge 10), `8080` und `8443` sind erreichbar. Wireshark/tshark ist installiert (siehe `challenges/wireshark-hints.md`).
**Schritte (Muss)**
- HTTP auf `8080` mitschneiden.
- HTTPS auf `8443` mitschneiden.
- `ClientHello`, `ServerHello`, `Certificate` markieren.
- Technisch erklaeren, warum HTTP lesbar ist und HTTPS ohne Keys nicht.
**Zielzustand / Akzeptanz**
- HTTP-Mitschnitt: Pfad und Header sind im Klartext lesbar (Follow Stream).
- HTTPS-Mitschnitt: nur der TLS-Handshake ist sichtbar, die Nutzdaten sind ohne Key nicht lesbar.
**Vorgehen (empfohlen)**
1. Capture auf passendem Interface starten (lokal meist `lo`).
2. HTTP Request senden und lesbaren Stream zeigen.
3. HTTPS Request senden und TLS Handshake analysieren.
4. Ergebnisse in 3-5 Bulletpoints zusammenfassen.
**Optional**
- TLS Decrypt mit `SSLKEYLOGFILE`.
**Done-Check**
- 3-4 Screenshots + 3-5 Bulletpoints Auswertung.
**Warum wichtig**
- Wer den Unterschied auf Paketebene gesehen hat, versteht TLS nicht nur theoretisch, sondern praktisch.
**Typische Fehler**
- falsches Interface gewaehlt
- HTTPS noch nicht korrekt aktiv
- Keylog gesetzt, aber Browser nicht aus derselben Shell gestartet
---
## Zusatz-Hints
- `challenges/easyrsa-hints.md`
- `challenges/wireshark-hints.md`